Stuttgarter Lacrossefestival vom 30. Juli bis 1. August 2010
Ich schreibe diesen Bericht heute, weil ich, hätte ich ihn am Sonntag Abend noch geschrieben, beeinflusst gewesen wäre. Beeinflusst von der Stimmung und dem Enthusiasmus in Suttgart. Nüchtern und nüchtern betrachtet bin ich nun in der Lage, Abstand zu nehmen und ganz unparteiisch und sachlich zu analysieren, was da letztes Wochenende in Stuttgart los war.
Ganz ehrlich, egal wieviel Abstand man nimmt, es bleibt das genau gleiche, sehr gut organisierte und noch besser durchgeführte Festival. Über 200 Lacrossespielerinnen und -spieler aus Deutschland, Österreich, Holland und der Schweiz spielten um den Sieg mit. Doch es war nicht irgendein Tunier, dies zeigt schon der Modus: jedem der acht Damenteams wird ein Herrenteam zugeteilt. Die Resultate aus den zwei mal 15 Minuten, welche die Damen gegeneinander antreten, werden zu den zwei mal 20 Minuten der Herren addiert, was dann das Schlussresultat ergiebt.


Am Freitagaben fuhren wir, Luca, Tim, Raphael, Tobias und Juan, mit einiger Verspätung ab. Nach 300 Kilometern, einem Tank- und einem Essstopp, erreichten wir Stuttgart. Als erstes stellten wir unsere Zelte auf. Als das Organisatorische geklärt war und jeder wusste, wo er schlafen könnte, ging’s an die „Welcome-Party“, in deren Rahmen wir die Damen von den Vienna Monarchs zugeteilt bekamen. Schnell trafen wir dort auf bekannte Gesichter aus der SLL, feierten, machten neue Bekanntschaften und taten, was man an Parties halt so tut. Soviel sei gesagt: wir hatten unseren Spass. Weniger gut war für einen von uns das Erwachen. In einem fremden Zelt, bei grösstenteils fremden Menschen und eine Socke weniger besitzend startete er in den Tag. Wir anderen, die um 08:00 Uhr aufgestanden waren, nach.. naja.. halt einigen Stunden Schlaf, waren zu dieser Zeit schon am Frühstücksbuffet.
Gestärkt, aber immer noch nicht ganz wach, zogen wir uns um und begannen mit dem Einspielen. Unser erster Gegner, die Vienna Monarchs gingen, nachdem unsere Frauen vorgelegt hatten, mit einem Handicap in das Spiel. Unsere Hälfte des Spiels endete unentschieden mit 3-3, wodurch wir das Spiel gewannen. Einige Taktische Finessen wurden erklärt und wir waren nach kurzem erholen schon wieder dran. Nächster Gegner waren die Kölner. Auch hier legten unsere sehr stark spielenden Frauen vor. Wir schafften es leider nicht, den Vorsprung über die Runde zu bringen und das Spiel endete unentschieden. Sichtlich müde traten wir am späteren Nachmittag zum dritten Spiel an. Hier hätte uns ein Sieg auf Platz 2 in der Gruppe bleiben lassen. Die Wiener Damen vermochten dieses Mal aber leider nicht vorzulegen, wodurch es nun an uns lag, den Sieg nach Hause zu bringen. Vergeblich. Nach je einem Sieg, einer Niederlage und einem Unentschieden lagen wir auf Platz 3, was bedeutete, dass wir als nächstes auf den 4. der anderen Gruppe treffen würden: die Münchner, ihrerseits amtierender deutscher Meister.
Doch dieses Spiel war noch eine Zeit entfernt, wurde es erst am nächsten Morgen um 09:00 Uhr ausgetragen. Nach einem Abendessen, bei welchem leider kein highlight auszumachen war, spielten einige angefressene Lacrossespieler und -spielerinnen noch bis zum Dunkelwerden. Dann ging’s auch schon wieder an den nächsten Programmpunkt, die Players-Party. Auch hier wurde wieder ausgiebig gefeiert, getanzt, gesungen und geredet. Einige von uns verliessen diese ein wenig früher, andere verlagerten das Fest danach noch zu den Buchsi-Zeltern und erreichten ihre Schlafstätte schlussendlich um 05:00 Uhr.. Doch drei Stunden Schlaf sind ja noch immer genug gewesen.
Um 08:00 Uhr standen wir also wieder auf, um uns auf das Spiel vorzubereiten. Buffet, umziehen, einspielen. Wie schon so oft waren unsere Damen überragend und stellten ein Halbzeitresultat von 9-1 auf. Einfach zu verwalten, werden sich jetzt einige sagen, aber falsch gedacht. Ein mit deutschen Nationalmannschaftsspielern gespicktes Münchnerteam überforderte uns, auch, weil wir die letzte Nacht wohl noch fühlten, völlig. Einem Tor auf unserer Seite standen sehr viele münchner Tore gegenüber. Wir verloren und hatten nun ein spezielles Spiel vor uns. Die Buchsi Damen und ihre Suttgarter Herren. Dieses Spiel war für mich das bisher beste Spiel in einer noch jungen Karriere. Ein offener Schlagabtausch mit kreativen Spielzügen, glänzenden Einzelaktionen und vielen Toren endete mit einem knappen 10-9 für die in der deutschen Liga drittplatzierten Stuttgarter. Wir erreichten einen guten 6. Turnierrang, wobei sicherlich mehr drin gelegen wäre.
Aus Churer Sicht konnten auch Scorerpunkte verzeichnet werden. Die als Middfielder agierenden Raphael (1 Assist) und Juan (2 Tore, 1 Assist) trugen sich in die Liste ein. Einjeder der mitgereisten KSCler und auch unser St. Galler Tobi sind sich einig: das Stuttgarter Lacrossefestival wurde allen Anfoderungen gerecht und übertraf einige sogar. Die Lacrossespielerinnen und -spieler sind ein Partyvolk. Ausserdem kann eine Socke alternativ als.. ach egal.. sie kann auf jeden Fall genutzt werden.
Es bleibt nur zu sagen: DANKE Buchsi für’s Mitnehmen und für ein Mal
1…2…3… Irouquois! Weiterlesen